Das unsichtbare Orchester

Er dirigierte ein ganzes Orchester. Mit geradem Rücken sitzend, die Augen geschlossen, ließ er die Musik anschwellen, seine Gedanken durchdringen, umfließen, sie fortspülen, bis nichts blieb außer den Höhen und Tiefen der Klänge in seinem Kopf. Und als er ganz und gar in ihnen verloren war, hob er langsam, ganz vorsichtig, die Hände und begann, im Takt auf seine Oberschenkel zu trommeln. Zuerst leise und vorsichtig, während er sich mit den Tönen vertraut machte, dann immer energischer, lauter. Die ersten Fahrgäste drehten sich zu ihm um, reckten neugierig die Hälse oder blickten verwirrt von den Seiten der Bücher auf, mit denen sie sich die Fahrtzeit zu vertreiben versuchten, durch das rhythmische Klopfen seiner Hände aus ihren Fantasiewelten gerissen.

Weiterlesen